Der Infantilismus

Der Infantilismus

Auch wenn der Name eher wie ein medizinisches Urteil in der Endphase klingt, ist Infantilismus nichts anderes als ein sehr beliebter Fetisch unter den Liebhaber der alternativen Strategien im Schlafzimmer.

Bei vielen, die Verbindung mit dem kindlichen Selbst hört nicht auf bei Trickfilmen heimlich angesehen oder die Sucht nach Videospielen bis ans Lebensende bewahrt, sondern erstreckt sich diskret einschließlich auf das Liebesleben, was zu besonderen Arten des Verhaltens, die von der “Öffentlichkeit” intensiv missbilligt sind, führt: Windeln und Kindermütze tragen, Nutzung des Schnullers oder einer Wiege (selbstverständlich mit etwas großzügigen Abmessungen), Benutzung von Babyspielzeug oder die Nachahmung von Hilflosigkeit und Grenzen mithilfe von Gesten die in erster Linie die Neugeborenen es tun.

Viele werden sich selbstverständlich fragen, warum ein Erwachsener der psychisch vollkommen ausgewogen ist, in die Haut eines Säuglings wieder sein möchte und damit auf sämtliche ihm gebührenden Privilegien zu verzichten, die er durch eine normale Einhaltung von Alter oder Status im Laufe der Zeit erworben hat?!

Eine plausible Erklärung dafür, ist die, dass in der Intimität praktizierende infantile Regression, dem legitimen Bedürfnis (einigen) entspricht, eine noch längere Zeit von der bedingungslosen Liebe zu profitieren, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sich den täglichen Bemühungen und Sorgen zu entziehen die den Erwachsenen in der “Arbeitsbeschreibung” abverlangt (manchmal unerlaubt) wurden, und nicht zuletzt, frei zu sein... ein Bedürfnis das mit Sicherheit jeder Mensch von Zeit zu Zeit empfindet, aber nicht alle entscheiden sich es so zu befriedigen.